Als gynäkologische Praxis machen wir häufiger die Erfahrung, dass Frauen erst nach einer längeren Zeit mit Beschwerden zu uns kommen, um diese untersuchen und behandeln zu lassen. Woran kann es liegen, dass Frauen sich scheuen, über intime Probleme zu sprechen oder Beschwerden sogar eher hinnehmen, als ärztlich abklären zu lassen? Welche vulvovaginalen Beschwerden gibt es und wie können sie sanft behandelt werden? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie die Gesundheit und das Wohlbefinden des Intimbereichs mit einfachen Maßnahmen verbessert werden können. Zudem möchten wir Sie ermutigen, Unzufriedenheiten, Schmerzen oder andere Beschwerden nicht als „normal“ abzutun, sondern offen über diese zu sprechen!
Scham und Tabuisierung
Themen rund um den Intimbereich und Sexualität sind auch in unserer modernen Gesellschaft zu einem gewissen Teil tabuisiert. Für viele stellt es demnach eine Hürde dar, über solch intime Angelegenheiten und vor allem Probleme zu sprechen. Für einige Frauen kann es unangenehm und beschämend sein. Da jedoch weniger darüber gesprochen wird, führt das unweigerlich auch dazu, dass weniger über diese Themen bekannt ist. Mangelndes Wissen zu Beschwerden, Diagnosen und Behandlungen trägt dazu bei, dass die Beschwerden ignoriert oder sogar als „normal“ hingenommen werden. Zudem können Fehlinformationen und Mythen entstehen, die sogar generationsübergreifend bestehen bleiben. Selbst bei starken Schmerzen, Einschränkungen des Alltags und einer verminderten Lebensqualität bleiben viele Frauen mit diesen Sorgen allein, da es „schon immer so war“ oder „zum Frausein dazugehört“.
Unterschätzung der Symptome
Mit dem zuvor beschriebenen Problem, dass Frauen Beschwerden und Symptome als „normal für Frauen“ ansehen, geht auch die Unterschätzung von Symptomen einher. Für Frauen ist es mit diesem Denken schwierig, abzuschätzen, wann Symptome untersucht und behandelt werden sollten. Bestenfalls sollten sie gar keine Beschwerden haben, doch sie scheuen sich, mit „jeder Kleinigkeit“ einen Arzt aufzusuchen. Es besteht die Angst, die Praxis unnötig zu beanspruchen oder beurteilt zu werden, obwohl es um die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden geht. Bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Endometriose bleiben so mitunter lange unentdeckt und unbehandelt. Auch für die allgemeine Erforschung solcher Erkrankungen ist das kontraproduktiv.
Gender Health Gap
Auch das sogenannte Gender Health Gap spielt eine Rolle dabei, wenn Frauen dazu neigen, gesundheitliche Probleme zu verharmlosen. Gemeint ist damit, dass der weibliche Körper und die weibliche Gesundheit im medizinischen Bereich unterpräsentiert sind. Der Körper von Frauen zeigt bei Erkrankungen mitunter andere Symptome als der von Männern. Auch Behandlungen und Medikationen sollten immer an das Individuum angepasst werden – häufig werden hier jedoch durchschnittliche Daten von Männern genommen. Dies kann dazu führen, dass Frauen falsch diagnostiziert oder behandelt werden und sich scheuen, einen Arzt aufzusuchen, weil sie sich möglicherweise nicht ernstgenommen fühlen oder ihre Probleme zu wenig erforscht sind.
Angst vor Diagnosen
Neben den genannten gesellschaftlichen und strukturellen Faktoren kann auch die Angst vor einer „schlimmen Diagnose“ dazu beitragen, den Arztbesuch auszuschließen. Dies hängt in gewisser Weise auch mit der unzureichenden Thematisierung gynäkologischer Themen zusammen: Da wenig über intime Beschwerden gesprochen wird, können Frauen sie auch schwieriger einordnen und befürchten eventuell schwere Erkrankungen hinter den Symptomen.
Wichtig ist: Hinter vielen Symptomen stecken oftmals leichte Erkrankungen und Dysfunktionen, die bereits mit einfachen Maßnahmen und sanften Behandlungen therapiert werden können. Sollte es sich um eine schwere Erkrankung handeln, ist es umso wichtiger, sich frühzeitig an einen Arzt zu wenden, um die geeignete Behandlung einzuleiten und weitere Folgen zu vermeiden. Ihre Gesundheit ist ein hohes Gut, das auch uns sehr am Herzen liegt. Sie können sich mit allen Fragen und Beschwerden jederzeit an uns richten!
Selbstdiagnose und Eigenbehandlung
Einige Frauen versuchen, Symptome und Beschwerden zunächst mit Hausmitteln und freierhältlichen Medikamenten selbst zu behandeln. Dies zögert den Arztbesuch hinaus. Fehlt eine fachärztliche Diagnose, konzentriert sich die Eigenbehandlung in der Regel darauf, bestehende Symptome zu lindern. Die eigentliche Ursache bleibt dabei möglicherweise bestehen. Eine falsche Behandlung kann sogar dazu führen, dass sich Symptome verstärken.
Von einer Selbstdiagnose ist unbedingt abzuraten. Lassen Sie Symptome immer ärztlich untersuchen. Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe kann Ihnen individuell und gezielt helfen.
Typische vulvovaginale Beschwerden
Nachdem wir nun häufig über vulvovaginale Beschwerden und der Problematik, diese zu ignorieren, gesprochen haben, bleibt die Frage: Welche typischen vulvovaginalen Symptome gibt es eigentlich? Eins der häufigen Probleme ist Scheidentrockenheit. Vor allem in der Zeit der hormonellen Umstellung (z. B. Schwangerschaft, Wechseljahre) erfahren viele Frauen vaginale Trockenheit. Zudem kann eine zu akribische Hygiene oder falsche Hygienemittel Scheidentrockenheit begünstigen. Auch Stress, Belastungen und weitere Faktoren können eine Rolle spielen. Oftmals ist Scheidentrockenheit ein schambesetztes Thema, das eher „ertragen“ wird. Dabei gibt es sanfte Behandlungsmethoden, die sehr gute Ergebnisse erreichen können.
Weitere vulvovaginale Beschwerden sind:
- Juckreiz, Brennen
- Atrophie (Geweberückgang)
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Reizungen, Irritationen
- Infektionen
Auch Blasenschwäche betrifft viele Frauen. Sie ist auf eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur zurückzuführen. Mithilfe eines gezielten Beckenbodentrainings kann Blasenschwäche gelindert werden. Wir bieten neben der Laserbehandlung auch die Behandlung mit Emsella® an.
Sanfte Behandlung bei vulvovaginalen Beschwerden: Lasertherapie mit MonaLisa Touch®
Eine Lösung für diverse vulvovaginale Beschwerden ist die sanfte Laserbehandlung mit MonaLisa Touch®. Über eine spezielle Vaginalsonde werden Impulse an das Scheidengewebe abgegeben, die die Kollagensynthese, die Reparaturprozesse und die Durchblutung anregen. Dadurch wird der Intimbereich verjüngt, gestärkt und regeneriert. Auch die Lubrikation (Befeuchtung) verbessert sich, was Beschwerden wir Juckreiz, Brennen und Scheidentrockenheit reduziert. Ebenso kann mit der Lasertherapie Lichen sclerosus behandelt werden.
Alle Einzelheiten zur schonenden Laserbehandlung erfahren Sie im persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxis. Ganz egal, welche Beschwerden und Symptome Sie haben, wir sind für Sie da und suchen gemeinsam mit Ihnen nach der geeigneten Behandlung für mehr Wohlbefinden und Lebensfreude. Scham und Tabus haben bei uns keinen Platz. Sie können ganz offen mit uns sprechen. Wir freuen uns auf Sie!